GEGEN DAS VERGESSEN
05/11/2026
19:00
Borken
Kulturraum³
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JÜDISCHES LANDLEBEN

Vergessene Welten in Westfalen
Vortrag von Gisbert Strotdrees

 

In der Reihe GEGEN DAS VERGESSEN laden der SPD-Ortsverein Borken und der KulturRaum³ Sie herzlich zu der Gedenkveranstaltung am Donnerstag, 05. Nov. 2026 um 19:00 Uhr ein.

 

Sprachen die Landjuden Plattdeutsch? Warum waren unter ihnen so viele Viehhändler oder Metzger tätig – und so wenige als Landwirte? Gab es jüdische Kauffrauen? Wann und warum entstand ein Kibbuz in Westfalen? Was geschah beim Novemberpogrom 1938 auf dem Land? Und warum wurde nach Kriegsende 1945 ein ganzes Dort zu ersten Bleibe für 750 befreite jüdische Zwangsarbeiterinnen?

Fragen wie diese führen mitten hinein in die verdrängten und ver- gessenen Welten jüdisches Landlebens in Westfalen. In seinem Buch „Jüdisches Landleben – vergessene Welten in Westfalen“ zeichnet der Journalist und Historiker Gisbert Strotdrees das jahrhundertealte, in der NS-Zeit zerstörte jüdische Landleben zwischen Rhein und Weser nach und beleuchtet wenig bekannte, vergessene oder verdrängte Kapitel der Landesgeschichte.

Strotdrees erinnert an Funde auf den Dachböden westfälischer Land- synagogen, an das Dirndl und seine wenig bekannten jüdisch-westfä- lischen Wurzeln oder auch an die jüdischen Landmaschinenhersteller in Westfalen, die um 1920 den ersten Traktor Westfalens bauten. Der Blick geht in das Innere einer Landsynagoge an der Weser, in die Schu- le der Marks-Haindorf-Stiftung in Münster oder auch auf die Markt- plätze Westfalens, auf denen sich Bauern, Pferde- und Viehhändler jahrhundertelang in „jüdischdeutscher“ Sondersprache über den An- oder Verkauf von Tieren verständigten.

Außerdem geht der Autor auf den Novemberpogrom 1938 und die an- schließende „Arisierung“ ein. Diese Enteignung durch die Nazis betrag nicht nur Industrieunternehmen, Kaufhäuser und Geschäfte jüdischer Eigentümer, sondern, es wird oft vergessen, auch Land- und Wald- besitz. Allein in Westfalen und Lippe wechselten 2000 ha unter Zwang die Eigentümer.

Mit seinem Buch legt Strotdrees einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur jüdischen Geschichte Westfalens und zu seiner Erinne- rungskultur vor. In einem abschließenden Kapitel werden die Museen und Gedenkorte vorgestellt, die heute zwischen Rhein und Weser an das einstige jüdische Landleben erinnern.

 

Begrüßung
Bürgermeisterin Mechthild Schulze-Hessing
Vertreter des SPD-Ortsvereins

Vortrag und Gespräch
Gisbert Strotdrees
JÜDISCHES LANDLEBEN – VERGESSENE WELTEN IN WESTFALEN

 

Gisbert Strotdrees,
1960 geboren, hat Geschichtswissenschaft und Germanistik an den Universitäten Münster und Bielefeld studiert. Er war Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben in Münster und Lehrbeauftragter am Historischen Seminar, Abt. Landesgeschichte, der Universität Münster. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Landesgeschichte Westfalens veröffentlicht. Für sein Buch „Flurnamen in Westfalen“ würde er 2020 mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis ausgezeichnet.

 

Über Ihre Teilnahme freuen sich
Simon Schwarzer, SPD Ortsverein
Hartmuth Schlüter-Müller, KulturRaum³